Nahrungsrhythmen

„Natürliches Kunstfutter“

Der Fisch ist was er isst!

Die Ernährung ist ein sehr komplexes Thema, da es gerade dort eine starke Differenzierung zwischen den einzelnen Arten gibt. Dadurch, dass sich eine Art auf eine spezielle Nahrung spezialisiert, kann sie dem Konkurrenzdruck von anderen ausweichen. Andererseits kann sich eine Art, die so ziemlich alles frisst, was Nährstoffe enthält, auch sehr gut in einem Biotop behaupten, da sie alles verwerten kann, was irgendwie vorbeikommt. Zwischen diesen beiden Extremen finden sich dann auch noch viele Abstufungen und auch zeitliche Variablen. Gerade die zeitliche Komponente ist für viele Arten wichtig. So gibt es Futtersorten, die nur zu bestimmten Tageszeiten oder Jahreszeiten zur Verfügung stehen, wie zum Beispiel Plankton, das nur nachts an die Oberfläche strebt und tagsüber entweder in tiefem Wasser oder aber auf oder im Substrat verweilt. Oder auch Früchte, die nur zu bestimmten Jahreszeiten reifen oder Insekten, die bei Hochwasser in großen Mengen auf dem Wasser treiben. Aber letztendlich sind die Spezialisten, wie auch die Opportunisten darauf angewiesen ausreichend Nährstoffe in einer gut verdaulichen Form zu bekommen.

Schubladen für Fische und für Futter

Diesen Umstand können wir uns als Aquarianer zu Nutze machen, indem wir den Tieren eine Nahrung zur Verfügung stellen, die eine durchschnittliche, gut verdauliche Zusammensetzung bereitstellt. Das größte Problem dabei ist die Akzeptanz durch die Tiere, da gerade Wildfänge noch sehr stark auf die natürliche Nahrung geprägt sind. Nun kann man natürlich fragen wie kann ein Standardfutter die variablen Bedingungen in der Natur simulieren? Das geht selbstverständlich nur sehr eingeschränkt, aber man kann die meisten Fische und Wirbellosen in gut abgrenzbare Kategorien einteilen und über die zu fütternde Menge, die sich am Tagesverlauf und dem Jahresverlauf orientiert. Die Variabilität der Zusammensetzung lässt sich für Fertigfutter leider nur sehr eingeschränkt darstellen, weil der Herstellungsprozess nicht alle Rohstoffe zulässt. Die Futterreihe Panta Nouri stellt neun verschiedene Rezepturen zur Verfügung: omnivor, herbivor, carnivor, Aufwuchs, Anflug, wood, sponge, polyp, plancton. Dadurch können Spezialisten, wie auch die Generalisten unter den Fischen optimal ernährt werden.

„Was der Bauer nicht kennt, das frisst er auch nicht“

Mit Panta Nouri können viele Aquarienfische zu 100% gesund ernährt werden. Bei spezialisierten Arten ist es notwendig die spezifischen Ernährungsgewohnheiten zu kennen und dann entsprechend zu füttern, um sicher zu stellen, dass es nicht zu einer Fehlernährung kommt. Solche Fehlernährungen führen zu unterschiedlichen Problemen, wie zum Beispiel Verfettung, Verstopfung, „weißem Kot“ oder Mangelerscheinungen. Daher ist es sehr wichtig die Ernährungsgewohnheiten der gehaltenen Arten genau zu kennen. Aber auch bei den opportunistischen Arten ist es sinnvoll für Abwechslung zu sorgen, um einfach mehr „Leben in die Bude“ zu bekommen. Denn auch in der Natur bieten sich immer wieder Gelegenheiten, wie ein abgebrochener Ast mit Ameisen oder Blattläusen, ein Schwarm Eintagsfliegen der sterbend auf der Wasseroberfläche treibt, ein Jungfischschwarm der unbeaufsichtigt durch die Eltern vorbeischwimmt oder ein Schwarm frisch geschlüpfter Garnelen, der von seinem Muttertier ins Wasser gefächelt wird. Panta Nouri dagegen kann jeden Tag verfüttert werden und sorgt dann für eine ausgewogene Ernährung ohne dabei das Wasser unnötig mit Nitraten und Phosphaten zu belasten.

Künstliches Naturfutter

Durch die Herstellung werden die Nährstoffe optimal aufgeschlossen ohne dabei zu zerfallen und sind so perfekt verdaulich ohne dass die Nährstoffe vorher ausgeschwemmt werden können. Die verwendeten Rohstoffe sind alle so ausgewählt, dass sie dem Futterkonzept „so natürlich wie möglich“ entsprechen. Es finden sich in der Rohstoffliste keine Dinge, die den Fischen in der Natur nicht begegnen können, wie zum Beispiel Getreide, Leguminosen, Soja, Warmblüterfleisch oder – blut, Farbstoffe, chemische Lockstoffe. Dagegen beinhaltet diese Rohstoffliste eben die Dinge, die auch in der Natur als Nahrung dienen, wie zum Beispiel, Fisch, Garnelen, Plankton, Wasserpflanzen, Algen, Laub, Blütenpollen, etc. und zwar alle aus nachhaltigen Quellen, um nicht die Natur durch die Futterproduktion zu belasten.

Wie viel ist genug?

Die klassische Fütterungsanweisung, mehrmals täglich so viel zu füttern, wie in wenigen Minuten gefressen wird ist nicht wirklich sinnvoll und hilft weder der Wasserqualität noch den Tieren die darin leben. Da Tiere in der Natur nicht damit rechnen können permanent mit Nahrung versorgt zu sein, fressen sie so viel wie eben da ist. Der Organismus ist darauf eingestellt und kann mit der großen Nahrungsmenge umgehen. Allerdings kann er das auch im Aquarium und wenn dann mehrmals täglich „ausreichend“ Nahrung zur Verfügung steht, dann können wir das Ergebnis erahnen, da wir in unserer modernen Wohlstandsgesellschaft inzwischen oft damit selbst konfrontiert werden.

Hier darf gerechnet werden!

Die Panta Rhei hat daher folgende Grundüberlegungen für eine Fütterungsempfehlung angestellt: es gibt Phasen, wie das Wachstum oder die Laichreifung, in denen mehr Nährstoffe gebraucht werden, als in den Phasen dazwischen, wo das Nahrungsangebot in der Natur es nicht zulässt schnell zu wachsen oder eben Laich anzusetzen. Daraus lässt sich folgende Empfehlung ableiten: die Nährstoffzusammensetzung und -menge in Panta Nouri ergibt ein maximales Wachstum/ effektive Laichentwicklung bei etwa 5 % des Fischgewichts pro Tag, mit etwa 2 % des Fischgewichts pro Tag ist eine gesunde Erhaltung des Körpergewichts möglich. Diese beiden Werte beziehen sich auf durchschnittlich schwimmaktive Fische in einem schwach bewegten/ stehenden Gewässer oder Aquarium mit etwa 25° Celsius. Wenn der Stoffwechsel durch höhere Temperaturen oder mehr Wasserbewegung angeregt wird, dann muss selbstverständlich die Fütterungsrate erhöht werden, dies gilt selbstverständlich auch im umgekehrten Fall, bei Verringerung der Temperatur sinkt auch der Nahrungsbedarf entsprechend. Eine generelle Fütterungsempfehlung ist daher sehr schwierig aus zu sprechen. Als Anhaltspunkt kann allerdings das oben gesagte dienen. Über das Jahr hinweg sollte die Futtermenge zwischen etwa 2 % und 5 % des Fischgewichtes pro Tag entsprechen. Bei je 5° Celsius Temperaturerhöhung verdoppelt sich die Futtermenge, wie auch eine Temperatursenkung um 5° Celsius eine Halbierung der Futtermenge nach sich ziehen sollte. Die Wasserbewegung sollte wie folgt in die Futterration mit einkalkuliert werden: bei null bis fünffacher Umwälzung des Beckeninhaltes die ermittelte Menge mit dem Faktor eins multiplizieren, bei 5- bis 15-facher mit dem Faktor 1,5, bei 15- bis 45-facher mit dem Faktor 2 und bei 45- bis 100-facher mit dem Faktor 3. Das liest sich alles sehr kompliziert ist aber relativ einfach um zu setzen und wir sind ihnen gern bei der Erstellung eines Futterplanes behilflich. Ein Beispiel könnte wie folgt aussehen: ein erwachsener Geophagus (100 g) lebt bei Niedrigwasser in einem sehr warmen (32° Celsius) Restwassertümpel dort braucht er etwa 2 % seines Körpergewichts pro Tag mal 2,5 für die erhöhte Wassertemperatur, das entspricht 5 g Panta Nouri, die in möglichst vielen Rationen auf den Tag verteilt werden. Während der Zeit des
Hochwassers lebt er in einem schnellfließenden Teil des Hauptflusses bei etwa 25° Celsius und entwickelt gerade Laich für die bevorstehende Eiablage. Er benötigt also 5 % seines Körpergewichts pro Tag mal 3 für die erhöhte Wasserbewegung und damit Schwimmaktivität, das entspricht dann 15 g Panta Nouri pro Tag mit der Verteilung wieder auf möglichst viele Rationen.

Es geht auch einfach 😉

Diese aufwendigen Überlegungen gelten natürlich nur dann, wenn im Aquarium die natürlichen Umweltbedingungen auch simuliert werden. In einem traditionell gepflegten Aquarium geht es natürlich auch ganz einfach. Panta Nouri enthält keine Lockstoffe. Alle Rohstoffe sind ausschließlich natürlichen Ursprungs und werden sehr sorgfältig und umweltgerecht gehandhabt.

Tischmanieren

Um eine möglichst natürliche Futteraufnahme zu ermöglichen, gibt es Panta Nouri in sehr unterschiedlichen Größen, denn in der Natur wird auch nicht mit Messer und Gabel portioniert. Das Verhaltensinventar der einzelnen Arten wird sehr viel intensiver genutzt, wenn verschiedene Partikelgrößen gefüttert werden. Ein vermeintlich zu großer Futterbrocken wird ganz anders behandelt als eine große Menge winziger Futterpartikel die dann alle eingesammelt werden müssen. Aus diesem Grund gibt es Panta Nouri nicht nur in einer Partikelgröße, sondern auch ab gesiebt in verschieden Partikelgrößen. Dadurch lassen sich die Variationsmöglichkeiten bei der Fütterung weiter vergrößern.
So lecker und ausgewogen das Filetsteak mit Ofenkartoffel und Salat auch sein mag, nach dem 100sten mal wird auch das langweilig und fad.

Hans-Werner NeumannNahrungsrhythmen